Die deutsch-israelischen Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland und Israel – zwei Länder mit einer besonderen und sehr sensiblen Beziehung. Mittlerweile stehen jedoch nicht nur die diplomatischen und politischen Verbindungen auf einer stabilen Basis, sondern gleichfalls die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern. In zahlreichen Gebieten haben sich in den vergangenen Jahrzehnten gefestigte Wirtschaftskontakte etabliert, und Deutschland ist nach den USA und China Israels drittwichtigster Handelspartner.

Mehr als 60000 deutsche Firmen oder Unternehmen unterhalten derzeit Kontakte zu israelischen Firmen, zum Beispiel in der Form von Joint Ventures, Informations- oder Technologieaustausch. Der israelische Exportsektor, noch in den 90er Jahren von landwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Zitrusfrüchten dominiert, hat sich im neuen Jahrtausend in den High-Tech-Bereich verlagert. Israelische Firmen produzieren eine ganze Bandbreite technischer Einzelteile für Artikel der Telekommunikation und der IT. In zahlreichen deutschen Handys und Computern befinden sich Teile aus israelischer Herstellung. Der heute noch bestehende Anteil landwirtschaftlicher Güter am Export wird vor allem von Erzeugnissen aus biologischem Anbau bestimmt.

Gleichzeitig haben viele – auch große – deutsche Unternehmen wie SAP, Henkel, Siemens und Daimler in Israel Büros oder Produktionsstätten gegründet. Im Gegenzuge investieren Firmen aus Israel auf vielfältige Weise, unter anderem in den Hausbau in Deuschland: neben Wohnungen und Büros auch Alten- und Pflegeheime sowie Hotels.

Bereits im Jahr 1967 wurde die so genannte Deutsch-Israelische Wirtschaftsvereinigung (German-Israeli Life Science Commitee) gegründet, deren Ziel in einer enge Kooperation nicht nur auf wirtschaftlichem, sondern ebenso auf wissenschaftlichem Gebiet liegt. Diese Verknüpfung von Wirtschaft und Wissenschaft bewährt sich in der heutigen Zeit des erwachten Bewusstseins um die Wasserknappheit und die Notwendigkeit, auf erneuerbare Energien zu setzen. Israel ist Vorreiter in der Entwicklung technisch ausgereifter und hochwertiger Bewässerungssysteme – in dem von Trockenheit geprägten Land ein nahe liegender Forschungssektor. Auch Projekte des Wasserbaus und die Nutzung erneuerbarer Energien spielen in der Forschung und Produktion, die beide Länder in Kooperation ausüben, eine eminente Rolle. Deutschland gilt seit langem als Technologie-Führer, wenn es um erneuerbare Energien durch Solar (Kollektoren), Windkraft (Windräder), Energie aus dem Meer (Gezeitenkraftwerke) oder thermale Energie (Wärmepumpen) geht. So haben diese so unterschiedlichen Staaten eine konstruktive und vielschichtige Art der wechselseitigen Wirtschaftsbeziehungen aufgebaut, von der beide in jeder Hinsicht profitieren und die ebenfalls die politischen und sozialen Bande festigen.

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